Im Rahmen des Kultursommers wurden wir in die Kunsthalle Cloppenburg geladen. Die Metropole. Noch ehe sich die Stadt an unseren Anblick gewöhnen konnte haben wir die fantastischen Räumlichkeiten des Kulturbahnhofs in einen Garten Eden der Lüste verwandelt.

Die halbe PHILPORTER-Basilika verschwand in den großen Hallen, Vögel siedelten über, Palmen wurden umgepflanzt und mit Licht- und Toneffekten und ordentlich Nebel fühlten nicht nur wir uns wie zu Hause.

So entstand neben dem größten bestehenden Dschungel Norddeutschlands in Cloppenburg ein kleiner Abzweig davon und massenhaft Besucher schauten sich das Spektakel interessiert an.
Zur Eröffnungsrede war die Kunsthalle voll und Besucher wie Journalisten suchten etwas Abkühlung mit selbst geräucherter Rosenlimonade.

Wer Hunger bekam konnte sich an dekadenten Obstkörben bedienen und im Anschluss an die Eröffnung gab es noch viel Zeit in der Ausstellung zu verweilen. Viele nutzten die Chance um mit Phil ins Gespräch zu kommen und alles über die Bilder zu erfahren.

Die Ausstellung läuft noch bis zum 19. August. Alle Öffnungszeiten gibt es in der Facebook-Veranstaltung

Ein kurzer Pressespiegel:

BLÖD-Bremen

Nordwest Zeitung

Osnabrücker Zeitung

Münsterländische Tageszeitung

nochmal Nordwest Zeitung

Für alle, die nicht anwesend sein konnten ist hier Phils Rede noch einmal zum Nachlesen:

„Ich bin Geschichtenerzähler, Voyeur, Ästhet… ein Perlentaucher auf der Suche nach den schönsten Perlen des Gedankenmeeres und sehr erfreut, sie mit dem Blick in Ihre munteren und wachen Augen entdecken zu können, ihnen gleiches zu ermöglichen – wenn sie dann heute zum einen die Fotografien betrachten, die ich im übrigen auch speziell für Sie angefertigt habe – und ebenfalls sich selbst betrachten zu können, wenn Sie sich im Glas dieser Bilder spiegeln, ja, sie können sogar die von uns angefertigten Diademe und Kronen, die mit den schönsten Perlen eben jenes eben beschriebenen Gedankenmeeres verziert wurden mit den Augen beflirten, sie können mit kleinen Glanzlichtern moderner Medientechnologie meine Stimme hören, sollte ich jemals aufhören nun zu Ihnen zu sprechen und zu guter Letzt können Sie ihre freundlichen und friedfertigen Blicke nutzen, um kokett hinter die Kulissen zu blicken, denn wir haben auch einige Hintergrundberichte zusammengestellt, damit sie sehen können, wie unsere Bilder eigentlich entstehen.

Ja, und wenn es so ist, und ich Sie gleich im gleichen Maße betrachten kann, wie sie meine Arbeiten betrachten… Dann bin ich für mich in meinem Paradies angekommen, dann ist dieser Ort hier: Der Garten Eden. Ja: Cloppenburg. Bahnhof. Das muss es sein!

Wir haben es alle geahnt, wenn wir nackt und Hand in Hand durch den Stadtpark oder das Museumsdorf schlendern und unsere Nachbarn und Kollegen mit Küssen begrüßen: Diese Gegend hier muss schon aufgrund ihrer beschaulichen Friedfertigkeit die Wiege der Menschheit sein. Doch wo liegt das Paradies vielleicht noch? Vielleicht in einem Duft? Einem Blick? Einem Moment?

Voltaire – seines Zeichens einer der einflussreichsten Autoren der französischen und europäischen Aufklärung sagte dazu recht klar: „Das Paradies ist da, wo ich bin.“ Wenn Sie das nächste Mal also in sängender Hitze im Stau auf der A1 stehen, wissen sie: Voltaire hatte nicht in allem recht. Wenn Cloppenburg das Paradies ist – die A1 ist die Straße der Verbannung.

Der Garten Eden ist für uns mehr als ein geografisch zu manifestierender Ort. Unsere Fantasie orchestriert diese Parabel auf das schöne Leben mit allem, was durch das Momentum der Liebe und des Friedens ikonisch wird.

Mit einer seltenen Stringenz folgen wir kulturunabhängig dem Pfad des Begriffs des „Paradieses“ über die uns opulente Aussichten offenbarenden Stufen hinauf vorbei an atemberaubenden Naturlandschaften durch die im goldenen Licht der Sonne glitzernde Parkanlage unserer eigenen Existenz.

Die Suche nach dem Paradies ist heute also auch eine Metapher für sich selbst versuchen verstehen zu wollen und erhaben zu sein über die eigene Existenz. Insofern lag Voltaire vielleicht doch nicht so falsch, wenn er sagt: „Das Paradies ist da, wo ich bin.“, denn unser stets mit sich selbst in Konkurrenz stehendes Bewusstsein führt uns immerzu Konflikte vor Augen, an deren Lösungen es wachsen kann. Diese inneren Konflikte, diese berühmten zwei Seiten der Medaille – wir versuchen sie auf jedem Bild sichtbar zu machen.

Jedes Bild chiffriert die Fragen gleichermaßen wie mögliche Antworten und lokalisiert so mehr und mehr die innere Einstellung, die das Leben ins Paradies des Realen transferieren kann. Letzen Endes ist das Paradies womöglich nur eine andere Umschreibung für „Erkenntnis“. Insofern sind wir alle heute doch nicht allzu weit davon entfernt. Guten Abend.“

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