„Wie läuft eigentlich ein Fotoshooting bei Dir ab? Worauf muss ich mich einstellen?“ – Fragestellungen wie diese bekomme ich momentan häufig zu hören. Weil die Zeit zwischen den einzelnen Fotos mindestens genauso schön ist wie die eigentlichen Sessions, möchte ich mit der neuen Serie „Backstage – Hinter den Kulissen“ einen Blick durchs Schlüsselloch gewähren und aufzeigen, wie wir arbeiten und was wir eigentlich genau machen – und warum Fotografieren die schönste Nebensache der Welt ist. Heute: Mit Sarah in Cuxhaven.

Nun muss ich gleich zu Beginn eingestehen: Ich liebe Cuxhaven. Ich liebe das Wattenmeer und den Wind. Bin halt ein „Norder“ durch und durch. Und es wurde allerhöchste Zeit, dort Fotos anzufertigen. In unserem Vorgespräch zum Fototermin hat mir Sarah ihr neues schwarzes Kleid als einzige Pflicht vorgegeben. Ansonsten hat sie mir direkt freie Hand gelassen und ich konnte mir in aller Seelenruhe ein entsprechendes Setting überlegen. Sarah ist eine strahlende Person mit einem starken Charakter. Kindliche Freude versprühte sie ebenso wie Entschlossenheit und Stärke. Eine Denkerin durch und durch. Diese Faktoren habe ich für die Fotoserie mit Sarah, die ihr in dieser Galerie anschauen und gerne diskutieren könnt, als Grundlage genommen. Aber wie kommt man von solchen Fakten zu einer solchen Fotoserie? Vor kurzer Zeit entdeckte ich im Keller meine Zuckerwatte-Maschine. Sofort stiegen mir viele wunderschöne Dinge aus allerlei Kirmesbesuchen in den Kopf: Lebkuchenherzen, Fahrgeschäfte und – ach ja! – Luftballons!

Luftballons! Ich wollte schon immer einmal ein Motiv mit Ballons haben. Eigentlich klassisches Fotomotiv der Moderne. Allerdings immer knallbunt und fröhlich. Dem wollte ich eine ernste, nachdenkliche Note hinzufügen. Weitblick. Schnell entfaltete sich in meinem Kopf die Motivwelt, in der wir uns bewegen sollten. Ein schwarzes Kleid, schwarze und weiße Luftballons. Und Weite. Der Strand von Cuxhaven war schnell als Location mit Sarah ausgemacht und auch mit meiner Luftballon-Idee schien ich einen Nerv getroffen zu haben. Doch normale Ballons waren mir etwas zu stupide. Mag sich komisch lesen, aber ich habe nach einem Ballon mit Würde gesucht ;) Ich orderte beim Spezialisten für Luftballons (Ja, sowas gibt es tatsächlich!) entsprechende kreisrunde, große Ballons. Würdevoll! Am Ende ist einer dieser Ballons (im späteren Verlauf auch „Die Abrissbirne“ genannt) das Hauptrequisit der Serie geworden.

Wer hätte mit einem solch strahlenden Sonnenschein gerechnet? Wir jedenfalls waren ziemlich überrascht und kosteten die Sonne voll und ganz aus. Das Hauptmotiv der Serie, eine sehr zurückhaltende, ruhige Aufnahme machten wir gleich zu Beginn. Mein Assistent kümmerte sich um die verknoteten Ballonfäden und ich platzierte Sarah auf einem steinernen Wellenbrecher. Die Fotos gingen fix. Zwar war es wie erwartet ausgesprochen windig, aber mein Finger am Abzug war schneller. ;) Schon hier erkannten wir schnell, dass der große Ballon einen Faible für schöne Köpfe hatte – allen voran unsere drei Häupter. Wenn man ihn entsprechende Schnur gab holte er mehrmals zum K.O.-Schlag aus. Selbst bei der Fotopause beim Italiener. Wir haben Tränen gelacht!

Viele Dinge ergeben sich erst beim Fototermin. Es gibt nichts über spontanes Fotografieren! Ich nehme generell die Zeiten auf den Preislisten nur als grobe Richtung. Wenn es läuft und es noch Facetten zu entdecken gibt mach‘ ich gerne eine Nacht durch ;) So liefen in den späten Stunden unseres Shootings zehn Pferde durch die Wattlandschaft. Ein traumhaftes Motiv! Damit wir die Pferde stilecht in die Bildkomposition einfügen konnten, mussten wir einen schnellen Sprint einlegen – der sich allerdings bezahlt gemacht hat.

Am Ende des Tages gab es für alle riesige Eisbecher in der Eisdiele. Die „Abrissbirne“ konnte sich unter dem Sonnenschirm (Ah, Schatten!) ausruhen und wir stolz die Fotos begutachten, die wir zustande gebracht haben. Ein herrlicher Tag und wieder der beste Beweis für mich den schönste Beruf auf Erden ausüben zu können. Danke!

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