Die Geschichte von Jona Aulepp

Wer sind eigentlich die Menschen hinter der Maske?

Wir haben Jona befragt wie seine Eindrücke, Erfahrungen und Gefühle beim Shooting von „Instinkt“ waren. Im Interview erzählt er uns was hinter den Kulissen in und mit einem PHILPORTER FACES Model passiert und wie das gesamte Shooting auf ihn wirkte. Zur Erinnerung: Jona hat uns für das Foto „Instinkt“ Modell gestanden (Den Fine-Art-Print gibt es im PHILPORTER Shop):

„Es ist schlicht und ergreifend eine Erfahrung, nackt zu sein, von anderen Menschen gestaltet und dann für schön befunden zu werden. Ich habe neue Erfahrungen mit meinem Körper gesammelt. Wie ich aussehen kann, wie ich mich bewegen kann und wie ich mich mögen kann.“

Seinen Eindruck der PHILPORTER BASILIKA, vom Shooting und den Umgang mit seiner Entblößung könnt ihr jetzt in unserem Interview mit Jona Aulepp nachlesen!


Foto: Linus Klose

Dein Name lautet?
Mein Name lautet Jona, aus der Bibel, der von einem Wal gefrühstückt wurde.

Wie hast Du Dich gefühlt, als Du in die PHILPORTER BASILIKA getreten bist?
Als ich zum ersten Mal die PHILPORTER BASILIKA betreten habe, war ich sowohl eingeschüchtert als auch sehr gespannt und hatte das Bedürfnis, mich vor den hohen Künstlern zu beweisen.

Als ich am Tag des Shootings die PHILPORTER BASILIKA betrat, war es wie beim ersten Mal: ich hatte ein wenig Angst vor dem, was kommen würde, aber ich wollte auch zeigen, was ich kann. Außerdem ist es immer wieder ein kleines Nach-Hause-Kommen, wie das Betreten eines Ortes, an dem man sich wohl fühlt.

Beschreibe Deine Emotionen die Du während und nach dem Shooting hattest:
Meine Zuversicht schwand zunächst mit jedem Kleidungsstück, dessen ich mich entledigte – wohlgemerkt vor den Augen Anderer, die im Begriff waren, mit dem zu arbeiten, was ich mitbrachte. Ich war unsicher und aufgeregt und habe gefühlt die Hälfte der Schminke heruntergeschwitzt. Irgendwann wuchs meine Sicherheit mit jedem neuen Detail, dass auf oder an mir befestigt wurde, bis ich ganz in meiner Rolle angekommen war, bis nichts mehr an meine Person erinnerte, bis ich nur noch wild, frei und unbeschrieben war.

Nach dem Shooting befand ich mich irgendwo in einem Zwischenstadium: die Kraft hatte nachgelassen, das Adrenalin ebbte ab und ich kehrte mit meinen Gedanken wieder zu meiner eigenen Person zurück, aber ich war immer noch geschminkt und noch nicht wieder ganz klar, was gerade passiert war. Irgendwo in der Dusche habe ich mich dann wiederentdeckt und mich mir vorsichtig wieder angenähert.

Beschreibe Deine Erfahrungen die Du sammeln durftest. Was nimmst Du aus dem Shooting mit?
Es ist schlicht und ergreifend eine Erfahrung, nackt zu sein, von anderen Menschen gestaltet und dann für schön befunden zu werden. Ich habe neue Erfahrungen mit meinem Körper gesammelt. Wie ich aussehen kann, wie ich mich bewegen kann, wie ich mich mögen kann. Ich nahm Bestätigung mit. Ich habe mir selbst die Bestätigung gegeben, die ich gesucht habe – auch noch weiter suchen und in immer neuen Situationen finden muss.

Wenn Du den Ort deiner Geschichte auf dem Bild näher beschreiben müsstest wie würde er aussehen?
Der Ort des Bildes? Ich stehe auf einer Matratze, nehme eine starre Pose ein und springe hoch in der Hoffnung, dass ich halbwegs gerade hoch und wieder runter komme.

Oder aber ich renne eine Art Allee entlang. Irgendwas mit Wald, mit vielen Bäumen aber gleichzeitig etwas trockenes, hartes, sandiges ohne wirkliche Veränderung am Horizont. Eine Allee in der Savanne.

Wer bist Du wirklich? Und in welche Rollen schlüpfst Du sonst?
Wer ich wirklich bin versuche ich nunmehr seit 19 Jahren mit immer wechselnden Schwerpunkten herauszufinden. Ich würde sagen, in Wirklichkeit bestehe ich aus Rollen. Ich bestehe aus Klischees, aus erfüllten und unerfüllten Erwartungen die ich an mich habe, aus der Anpassung an unterschiedliche Situationen und Menschen. Mein wahres Wesen ist die Inszenierung der Eigenschaften die ich an mir mag oder gerne hätte.

Was sollten die Betrachter des Bildes noch über Dich wissen?
Die Betrachter des Bildes sollten über mich wissen, dass ich nicht (nur) mein Körper bin. Und, dass ich nicht binär einzuordnen oder zu verstehen bin. Ach ja! Und, dass sie mich fragen sollen, wenn sie was über mich wissen wollen.

Redakteur: Linus Klose

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