Die Realität ist nichts für mich. Sie ist zu gerecht, zu richtend, zu ungenau. Die Realität ist nichts für einen Realisten wie mich, weil ich nicht mehr in ihr leben möchte. Meine Fantasie ist ungerecht, ein Hort des Chaos ohne Grenzen und Gesetze, ohne Mechanismen, ohne Zahnräder und Kranaufbauten, ohne Zäune, ein grenzenloser und freier Ort voller Licht und nichts. Nichts, was Schatten werfen würde. Die Menschheit ist eine Arche voller Flüchtlinge und Vertriebener und hofft, dass Himmel oder Hölle sie aufnehmen mögen, wenigstens irgendwo sein, wenigstens etwas anders sterben, als man leben musste. Erleben musste. Leute kommen immer mehr als sie gehen und der Tod ist länger als das Leben, so vermutet man. Was wird die Menschheit ertragen, erstreben – ersterben müssen, bis sie gemeinsam ist und begreift, dass Himmel und Hölle bereits sind? Dass die Erde, die Welt, das Leben Paradies sein kann? Das wahre Leben ist real, weil es einem verboten wird, zu leben. Es ist real, weil keiner mehr realisiert. Weil die Realität nicht echt ist. Das echte Leben geschieht nicht um uns – es geschieht in uns. Die Realität ist nichts für mich. Ich schäme mich, in ihr zu leben. Ich verkrafte sie nicht, aber ich entkräfte sie. Ich werfe meinen Ballast von Bord und tauche ein in das surreale Gedankenmeer, fliege über den Horizont ins Paradies, über azurblaue ungeglättete Wogen hinein in einen Urwald voll aufstrebenden Lebens, unverstellter Zustände ohne Zeit und Raum, ohne viel, weil alles eins. Es ist mein Paradies. Und ich nehme jeden mit, der mir nur die Chance gibt, ihm es zu zeigen.

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