Es war einmal…

Es war einmal die tänzelnde Silhouette einer kleiner Flamme, inbrünstig war sie, sonnenhell und doch so klein, dass man bewusst wahrnehmen musste, um sie zu sehen, zu verstehen und zu erkennen. Im Feuer gab es viele, die ähnlich waren wie sie, die hinaufsteigen wollten, höher und höher… Doch die meisten gingen zu Boden und erloschen. Dieses kleine Glühwürmchen jedoch, dieser eine Funke, der so formschöner flackernd flankiert vom knisternden Gefühl eines für ihn brennenden Kopfes aufstieg, er wollte nicht wieder zu Boden, er wollte hoch hinaus. Höher und Höher, um Feuer zu entfachen.

Das war vor fast sieben Jahren. Zu diesem Zeitpunkt brannte in mir die Idee auf, meinen Traum vom Leben als Bildpoet zu verwirklichen. In diesem Jahr ist der Funke von damals übergesprungen und hat ein Feuerwerk in Gang gesetzt, dessen Crescendo noch lange nicht vollendet ist. Was ist dieses Jahr eigentlich alles passiert? Und was um alles in der Welt?! Nun ja, schauen wir uns das mal näher an.

Basilika im Bremer Viertel

Der Umzug ins Bremer Viertel machte aus dem Foto-Studio erst eine geliebte Turnhalle, dann eine Basilika, aus einen Edelmann dann gleich drei, aus einem Loft einen Ort der Zuflucht für Dandys, Diven und Ästheten, Poeten, Proleten und Pragmatiker, für Phantasten, Breitbeinige, Kurzweilige und Obszöne, Romantiker und Radikale, Casanovas und Klassenbeste, Claqueure und Avantgardisten.

Erstmalig konnten wir in Bremen an verschiedenen Orten gleichzeitig ausstellen, ebenso konnte ich einem großen Publikum meine Unterwäsche im Coffee-Corner präsentieren um wenig später (vorerst) vollständig angezogen eine noch größere Menge an Menschen zu erreichen (sic!).

Als Hochzeitsfotograf rund um die Welt

Als Hochzeitsfotograf war ich in diesem Jahr fast 100 Mal im Einsatz – darunter traumhafte Hochzeit-Portraitshootings in Großbritannien, den USA, der Türkei und natürlich in Deutschland – zum Beispiel in Hamburg. Veredelt wurden diese Reisen mit einzigartigen Erlebnissen wie dem Spaziergang auf der Achterbahn Colossos im Heide-Park mit Andrea und Daniel, dem Bad an der türkischen Mittelmeerküste mit Neele und Christian und dem Walzer auf dem Dach irgendwo in der Türkei, dem Kuss auf der Elbbrücke in Hamburg und den vielen anderen wunderbaren Reportagen und Shootings.

Als Entdecker auf der Reise ins Ich

Willkommen im Dschungel: Das Jahr 2016 stand ganz im Zeichen der Abenteurer, Außenseiter und Entdecker. Dieses Jahr konnten wir erstmalig mit echten Tieren unsere Bildideen verwirklichen – und kamen unserem Traum von entlegenen Paradiesen ein Stück weit näher. Funfact: Wir haben dieses Jahr über 450qm Leinwand für unsere Fotos bemalt.

Lieblingsmotiv 2016: Vagabund

Aufwändigstes Shooting in diesem Jahr war der „Vagabund“. Die Planung für dieses Bild begann vor einem Jahr. Der Turm war 3,60m hoch und bestand aus Plastikmüll und Netzen. Letztmalig wurde er beim Art-Festival „Kunstwerk im Viertel“ ausgestellt. Wie das Foto entstanden ist? Linus und Ben haben wunderbare Making-Of-Fotos geschossen.

Von „Kill Bill“ bis zum Tennisball-Massaker

Auch Portraits waren in diesem Jahr heißbegehrt. Neben den Auftragsarbeiten im Stil der „Alten Schule“ konnten wir auf unterschiedliche Art und Weise metzeln: Ob mit Kunstblut, Tennisbällen, Metallschrott oder Farbe.

Pop-Up-Store in der Markthalle Acht

Für zwei Wochen verwandelten wir den Genusstempel der Markthalle Acht auch aus künstlerischer Sicht in einen Garten Eden: Mit Palmen, Gorilla und 200 Kerzen ging die PHILPORTER Basilika auf die Reise in direkter Nachbarschaft zum St. Petri Dom – und wurde von den Jüngern gleich mehrfach überrannt. Ein großer Dank an Mirjana und den vielen lieben Kollegen und Mitstreitern für die vielen tollen Gespräche und die vielen Gaumenfreuden während der Pausen. Ein noch größerer Dank geht an die konsumgeile Masse, die am Ende selbst unsere Klamotten kaufen wollte.

PHILPORTER will Blut spenden – darf aber nicht.


Mein Aufruf gegen das Blutspende-Verbot für Homosexuelle, den Artikel im Weser-Kurier und der Offene Brief an Lübbo Roewe. Bis heute trotz Unterstützung diverser Verbände, Unternehmen und weiteren Befürwortern skandalöser Weise unbeantwortet.

PHILPORTER feat. LICHTSINN

Die Edelmänner von LICHTSINN haben dieses Jahr gleich mehrere cineastische Meisterwerke abgeliefert und Euch das Schönste gezeigt, was die Weltgeschichte momentan zu bieten hat: Uns. Nun ja: Uns in den Augen von Miklas, Flo, Pit, Fritjof und Konsti. Danke für so viel pornografische Anmut, Jungs. Ihr seid großartig!

PHILPORTER feat. Max Hartmann

Max Hartmann ist nicht nur Fotograf aus Leidenschaft, sondern auch unser drittes und schönstes Auge. Er war als Backstage-Fotograf gleich mehrfach dabei und entzauberte den Mythos, dass unsere Fotos digitale Composings wären. Allein dafür müsste er das Bundesverdienstkreuz und die Heiligsprechung durch Papst Franziskus bekommen. Vorerst allerdings muss ein digitaler Zungenkuss genügen. Du bist ein Genie, Monsieur!

Der PHILPORTER Maskenball 2016

Der diesjährige Maskenball war so groß wie noch nie: Das Musical Theater Bremen hatte seine Türen geschlossen und seine Geheimnisse für die auserwählten Gäste gelüftet: Gekommen sind grandiosesten Missetäter aller Zeiten. Sie haben Autoscheiben zertrümmert, Leichen entdeckt, Krankenhauszimmer besucht, sich entblättert, geküsst und geprügelt, sich besoffen und besinnt auf das, was das Leben ganz und gar großartig und unvergesslich und lebenswert macht: Die besten Freunde um sich zu haben, die man sich wünschen kann.

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