La Rebelión im Dorint Park-Hotel Bremen: Alkoholverbot und Schönheitstanz

Fotos: Linus Klose

„Herr Porter, Sie sind festgenommen!“ – Der Abend begann mit einem Skandal.

Die Gäste der zweiten Ausgabe von LA REBELIÓN im Dorint Park Hotel Bremen trugen die schönsten Garderoben in galanter Gesellschaft zur Schau, als Sie aus den ehrwürdigen Autos einer Zeit entstiegen sind, die in vielem der heutigen ähnelt: LA REBELIÓN unternahm eine Zeitreise in die Zeit der 1920er und 1930er Jahre. Das Foyer des Dorint Park Hotels duftete nach Lilien, ein junger Matrose spielte voller Lethargie auf dem mit zahlreichen Champagner-Flaschen geschmückten Flügel und ein latent alkoholisierter Phil Porter empfing mit weißem Flachmann und Zigarre seine Gesellschaft, deren größtes Privileg an diesem Abend noch niemand hervorsehen konnte.

Erst jetzt entdeckten Gäste – inzwischen gut versorgt mit hausgemachten Champagner-Cocktails – dass die Champagner-Flaschen auf dem Flügel bereits leer waren – der Matrose am Flügel und der Gastgeber selbst jedoch voll – Immer süßer wurde sein Säuseln zu den Damen und Herren dieser feinen Gesellschaft: „Madame… Sie fliehen vor der Kälte der Nacht… Doch ich kann Sie beruhigen: Die Sterne werden Sie in Ihrem Gegenüber sehen!“, sagte er, und griff erst zum Glas auf dem Flügel, dann zum Flachmann.

In diesem Augenblick betrat ein Polizist das Foyer und fragte leise einzelne Gäste, ob Sie einen gewissen „Phil Porter“ gesehen hätten. Dieser torkelte bereits mit Federboa die Treppe zur Suite hinauf, als der Polizist ihn fand und verklärte: „Die Bundesregierung in Deutschland hat die Prohibition ausgerufen. Diese Veranstaltung ist hiermit beendet. Kein Alkohol darf mehr ausgeschenkt werden. Sie sind alle festgenommen.“ Doch der Polizist hat die Rechnung ohne Phil Porter gemacht. „Wir lassen uns den Alkoholkonsum nicht verbieten! Dies ist unsere Feier! Wir werden eine wunderbare Nacht haben. Schauen Sie sich die Menschen an! Viva la Rebelión!“ – sprach er – und schon bekamen die geladenen Gäste der Veranstaltung Protestschilder in die Hand gedrückt.

Schnell stiegen die ersten Gäste mit ein. „Viva la Rebelión!“ skandierte die Menge aus gut 36 Personen und hielten Sprüche wie „Babylon Bremen“, „Nieder mit der Prohibition“ und „Bremen braucht Alkohol“ in die Höhe. Doch der Polizist blieb hart. Er führte die Menge in ein Hinterzimmer und erst dort offenbarte sich der Abend in Nebel, Live-Jazz vom „Park-Hotel Tanzorchester“, Kerzenschein und verruchten Damen und Herren, denen man scheinbar nicht rauen darf, denn selbst der Polizist war in Wahrheit einer von Porters Trickbetrügern und hat nur zum Schein die Veranstaltung abgesagt, um heimlich mit allen zusammen der Prohibition zu trotzen. Es folgte ein Abend mit „La Fee“ Absinth vom Bremer Spirituosen Contor, zahlreichen Cocktails aus der Hausbar des Park Hotels, Austern und obszön großen Gewinnen.

Zwei Gäste wurden zu Beginn im Form eines „unmoralischen Angebotes“ von einem Chauffeur abgeholt und ins Casino Bremen an die Schlachte gefahren, um im Namen aller Gäste auf Kosten des Park Hotels zu zocken. Das, was sie am Ende an Gewinn zurückbringen sollten, sollte später unter allen Gästen aufgeteilt werden – es wurden 30 Euro. Und so ging es Schlag auf Schlag: Gläser wurden auf den Boden geworfen, Sparschweine zertrümmert, Absinth getrunken und Austern geschlürft. Als Highlight des Abends trat zu später Stunde (es war inzwischen 1:00h Nachts) die Burlesque-Tänzerin Pinky Peacock auf – ein Rausch für alle Sinne und mit Ovationen gefeiert. Die Veranstaltung ging bis 3.00h in aller früh: Es wurde zärtlich und wild getanzt, geglänzt und gelebt – und war damit wohl glanzvollste und aufregendste im Rom des Nordens.

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