Making-Of zu „Glaube Liebe Hoffnung

Ein Foto mit zwei Gesichtern: Das Motiv „Glaube. Liebe. Hoffnung.“ provoziert und stellt den Betrachter vor die Wahl: Wollen wir Menschen gegeneinander kämpfen oder miteinander leben? Ein Bericht über die Entstehung einer Fotografie, die zum nachdenken anregt.

Zwei Jahre vor der Umsetzung war die Idee und der Entschluss gefasst: Liebe und Hass auf einem Foto zu vereinen, Leid und Leidenschaft zu zeigen, religiöse Gefühle sichtbar werden zu lassen. Doch die Suche nach bereitwilligen Damen für die Rollen der Nonne und der Muslima gestaltete sich in Zeiten von Terrorismus und in Gewalt endendem Hass (insbesondere bezogen auf künstlerische und journalistische Arbeiten) als ausgesprochen schwierig.

Im Jahr 2015 meldeten sich nach einem weiteren Casting-Aufruf gleich mehrere Frauen und bewiesen bereits mit ihrer Teilnahme, dass Gewalt und Terrorismus zwar verletzen, jedoch kein Rückgrat brechen können.

Das Motiv hat sich inzwischen weltweit verbreitet. Als Street-Art hängt es in Paris, London, Berlin, Hamburg und vielen anderen internationalen Großstädten und auch im Internet wird viel über die Fotografie der Alten Schule diskutiert: Versöhnen sich zwei ehemalige Feinde oder sind sie feindseelig? Das Foto provoziert auf vielen unterschiedlichen Ebenen, behandelt gleich mehrere Themen unserer Zeit in wenigen Gesten und stellt den Betrachter vor eine einfache Reflexion: Was siehst Du? Was willst Du sehen?

Doch bevor die Gedanken der Betrachter um diese Frage drehen konnten musste das Team viel erledigen… Tatsächlich ist das Motiv „Glaube. Liebe. Hoffnung.“ wie alle Motive von Phil Porter keine digitale Komposition: Stolze 15 Quadratmeter Leinwand bilden den Hintergrund, aufwändig bemalt in zahlreichen Rottönen. Erinnern sollen die Farben an einen Kriegsschauplatz, an blutrote Verbände, an Wunden und rohes Fleisch.

Die Wirkung der Rottöne war Fotograf Phil Porter ausgesprochen wichtig. Entsprechende Assoziation können nur entstehen, wenn Farbe zu Gefühl wird, wenn ein Kopfkino beginnt. Echte Messer wurden bemalt, Kostüme beschmutzt und dann natürlich Lippen geschürzt.

Das Shooting selbst dauerte keine zehn Minuten – doch die Vorbereitungen waren enorm: Kostüm, Maske, Hintergrund, Licht, Requisiten, Pigmente… Um ein Bild wie ein Gemälde aussehen zu lassen bedarf es vieler fleissiger Hände.

Danke an LICHTSINN
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Kamera & Schnitt: Pit Kröger

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