Die Religion ist ein Ferienhaus ohne Fenster inmitten einer Welt, deren Größe und Komplexität wir erst langsam erahnen können, ohne sie zu begreifen. Sie ist ein Massenprodukt ohne Weiterentwicklung, in sich abgeschlossen und vielleicht deshalb so beliebt, weil man froh ist, sich nicht ständig auf dem Laufenden halten zu müssen. Für die Liebe die sie predigt, sät sie die Zwietracht und den Hass, für das Paradies, welches sie verkündet, erschafft sie die Hölle auf Erden.

Religionen sind gemacht für Menschen, die das Leben verneinen statt es zu bejahen, die Angst empfinden vor eigenen Erfahrungen und Herausforderungen, die Grenzen brauchen und Horizonte meiden.
Religionen sind vorgegebene Gedanken für Menschen, welche dem eigenen Gedanken keinen Glauben schenken können. Menschen, die zu bequem sind für Freiheit, Fortschritt und Fantasie.
Religionen übernehmen die lebenslange Rolle der Eltern derer, die ohne sie nicht leben können. Religiös sein bedeutet, eigene Verantwortung abzugeben – einen Vormund zu bestimmen, dem man selbst nie begegnen wird.

Die Religion ist ein umgedrehter Schlüssel im Schloss eines Unbekannten, eine masochistische Liaison, ein Machtspiel ohne Gewinner.
Alles in allem ist sie das obszöne und plakative Schaubild des menschlichen Wesens und seiner Sehnsucht nach Verklärung, Halt, Sicherheit und Beständigkeit. Sie ist ein Zerrspiegel der intimsten Wünsche und Bedürfnisse einer Rasse, die alles zu wissen glaubt und sich selbst nicht verstehen kann. Sie ist wesentlich und wichtig, weil es genügend Menschen gibt, die ohne sie verzweifeln würden, die keinen Halt finden in ihren eigenen Gedanken, in ihrem Alltag und ihrer Umgebung. Die sie braucht. Wir können sagen: Religiöser Eifer ist aus der Not geboren und wenn wir diese Not besiegen, wird die Menschheit die Fesseln des Glaubens lösen und weniger glauben – sondern wissen.

Anfrage stellen Auf Facebook teilen Auf Twitter teilen Auf Google+ teilen