Das innere Auge

Das innere Auge sieht, wonach das äußere sich sehnt.

Schüchternheit

Die Ästhetik der Schüchternheit ist die zärtliche Seite der Opulenz.

Haus der Schönheit

Auch im Schönen wohnt die Hässlichkeit im Keller.

Hass im Netz

Die Frage der heutigen Zeit ist nicht, ob man seine Meinung sagen darf. Das stand nie zur Debatte!

Es geht um widerliche Hetze. Es geht um die Frage, ob es uns genehm ist, ohne Verantwortung und ohne Rücksicht auf unsere Mitmenschen – zu deren Wohl wir uns verpflichtet fühlen sollten – Halbwissen und Hass auf den digitalen Asphalt rotzen zu dürfen.

Die Frage der heutigen Zeit ist: Darf ich mich der gesamtgesellschaftlichen Verantwortung entziehen? Und die Antwort, welche unter jedem Kommentar zu stehen hat, muss lauten: Nein! Nein! Und nochmals: Nein!

Dresden

Man muss wohl zu der Erkenntnis kommen, dass Dresden bei Regen schöner ist, als Rom bei Sonnenschein.

Das Alter

Das Alter ist Geborgenheit in der Gewissheit, zu leben. Das unschuldige Lachen eines Kindes arretiert sich im Verlust des Staunens zu einer Falte, welche die Erinnerung und jede Hoffnung in sich trägt.

Augen im Alter

Die Augen, die in ihrem Stuck schillern, ruhen in der Schönheit vergangener Tage und was man früher einst entdecken wollte, endet mit dem Schnappschuss einer Fassade.

Der eingeübte Blick

Kultivierte Blicke sind mir zu beliebig. Der eingeübte Blick verneint den Ein- und Ausblick, die Wahrheit will er nicht fokussieren, er bleibt sich in jeder Regung untreu und ist der inneren wie auch äußeren Welt nicht mehr, als ein belebtes Stück Plastik hinter Glas.

Romantik & Charme

Romantik und Charme dürfen nicht professionell werden, sonst sind sie Kalkül und Lüge.

Das Hemd

Unverstanden bleibt das Leben, in dessen Gärten sich ja jeder irrt. Jeder Weg verspricht verwegen, dass der Zweifel zum Erlebnis wird. Und während die Triebe knospen und Lust sich klebrig-süß im Duft verfängt, treiben Dornen aus von Westen bis nach Osten, wo mein Hemd zerschlissen am Versprechen hängt.