Eyevory – Backstage
Redaktion: Zoé Influenza / Backstage-Fotos: Zoé Influenza

Ein Tag am Meer mit Eyevory in Cuxhaven
Ein warmer Tag am Meer – was gibt es schöneres? Womöglich, die eigene Kamera dabei zu haben? Etwas Fotografie am Meer? Vielleicht sogar mit einer bekannten Bremer Band? Mit Progressive-Rock von Eyevory?

Wir sitzen in unserem Auto und fahren über die Autobahn gen Nordsee. Irgendwo hinter uns ein Bus der Band Eyevory mit dem selben Ziel wie wir: Cuxhaven – Sahlenburg! Zusammen werden wir heute bei bestem Wetter im Weltnaturschutz-Erbe, dem Watt, Fotografien für ihr neues Album AURORA (Die Crowdfunding-Seite findet ihr hier) anfertigen.

Dafür haben die vier Damen und Herren in ihrem Bus nicht nur ihre Kostüme, sondern auch Leitern mitgebracht. Der Plan ist diese im Watt aufzustellen und die Band posiert dann auf den Sprossen. Durch eine wohl gewählte Perspektive bekommt das finale Bild eine entsprechende Dramatik. Dazu gibt es zahlreiche Einzelportraits. Ich kenne schon ähnliche Fotos von Phil. Die Kulisse Wattenmeer gefällt mir sehr, denn das Watt bietet viele Vorteile: Auf der einen Seite natürlich tolle Lichtverhältnisse mit starken Kontrasten, unendliche Weiten für epische Hintergründe, Wind, frische Luft und Abenteuer. Und auf der anderen Seite: Wer würde nicht gerne einen Job haben bei dem man einfach mal ans Meer fährt?

An uns vorbei ziehen Kulissen von flachen Landschaften, bestehend aus aus Weiden, Äcker, kleineren Dörfer und besonders angenehm: Die Bäume bekommen ihr saftiges Blattgrün und erzeugen in uns die ersten Frühlingsgefühle. Es fühlt sich alles ein bißchen wie Urlaub an. Wir planen beim lockeren Gespräch die letzten Schritte für das Shooting, hören Musik und lachen viel. Neben mir am Steuer sitzt Phil, hinten Simge, die uns heute ebenfalls assistieren wird. Denn auch, wenn sich noch gerade alles sehr nach Ferien anfühlt, wissen wir, dass vor uns auch noch ein gutes Stück Arbeit liegt. Um die Natur zu genießen, werden wir aller Wahrscheinlichkeit nach nicht viel Zeit haben: Wir müssen nicht nur den Sonneneinfall, sondern auch die Gezeiten einplanen.

Auf der Gegenfahrbahn gibt es einen Stau, aber uns ist das Glück hold und so kommen wir nach gut einer Stunde in Cuxhaven an. Als wir aus dem Auto steigen genießen wir erst einmal fünf Minuten Sommer und Sonne – Dann treffen Eyevory mit ihrem Bus ein und wir fangen schon einmal an das Equipment, die Leitern und Pappkartons zum Strand zu tragen. Dabei wurde uns ganz schön warm, denn die Sachen waren nicht nur schwer – die Sonne reflektierte und heizte den Sand ganz schön auf.

Als wir dann direkt an der Küste hinter dem Deich unsere Sachen ablegten, wurde uns dann schnell wieder ziemlich kalt, denn eine steife Briese flog uns um die Ohren. Ich fand es recht faszinierend das 50 Meter einen derart hohen Temperatursturz mit sich brachten. Natürlich waren wir drauf vorbereitet und wir konnten uns den Luxus leisten, unsere Mäntel anzuziehen. Der Band war dieses Glück leider nicht vergönnt, aber ihre Opferbereitschaft würde sich für die schönen Fotos auf jeden Fall lohnen. Also Augen zu und durch! Phil, Simge und ich versuchen alles so schnell wie möglich zu erledigen um der Band unnötige Qualen zu ersparen. Ich hatte ganz schön Respekt vor ihnen, denn mir war sogar mit Mantel schon kalt. Jetzt kamen die Pappkartons zum Einsatz. Sie mussten unter die Leitern flach ausgelegt werden. Das Wasser war jetzt noch etwa 10 Meter entfernt und kam ziemlich zügig näher. Nur keine Zeit verlieren!

Alles wurde aufgebaut und noch ein bisschen umgestellt, denn Maestro Porter wusste genau, was er wollte und was es braucht um ein cooles Bandcover zu gestalten. Die Band ging nun in Position und kletterte auf die Leitern. Zwischendurch brachten Simge und ich der Band die Mäntel und die Schuhe oder was sie sonst noch zurückgelassen haben. Dann ging es los: Das Wasser stand unten an den Leitern und Phil knipste aus verschiedenen Richtungen und schmiss sich sogar hier und da in den nassen Sand.

Die Band fror und Phil machte sich dreckig. Das Meer wirkte, jetzt wo es sich immer schneller auf uns zu bewegte, etwas bedrohlich. Doch die Stimmung war herzlich und schüttelte jede Bedrohung ab: Wir holten schnell die Kartons und Leitern näher zum Strand. Die Kartons waren nur noch ein großer Klumpen… gewissenhaft wie wir sind, trugen wir sie natürlich auch zurück, um sie Artgerecht zu entsorgen.

Bei den einzelnen Portraits ging es zwar kalt – aber sehr entspannt zu. Phil quatschte viel mit der Band und gab weiterhin direkte Anweisungen.

Nach gut einer Stunde waren wir dann auch hier fertig und trugen unser Gepäck zu den Autos zurück. Endlich wurden wir wieder warm und entschlossen uns noch zusammen was essen zu gehen.

Die Sonne, ein schönes Alster und eine gute Zigarette in einem italienischen Bistro gaben mir dann wieder das schöne Urlaubsgefühl zurück und ich unterhielt mich mit dem Gitarristen der Band über ihre Musik, den vielen Dingen, die hinter den Kulissen passieren und die kommenden Konzerte.

Am Ende blieb eine wunderbare Erinnerung an einen tollen Tag am Meer, ein gelungenes Fotoshooting und der Ehre eine coole Band kennen gelernt zu haben. Un um dat maal up Platt to seggen: Löppt bi uns!

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