Text: Zoé Influenza, Bilder: Ben Drücker und Linus Klose

Oh, was war die La Rebelión am 26.04. im Park Hotel für ein Fest!

Nicht nur, dass unsere fabelhaften Gäste einen Mordspaß hatten – 500€ Cash hat sich unser Gast Fenna verdient, indem sie mit ihrem scharfsinnigen Verstand und vielen Zeugenaussagen ein Täterprofil ermittelte und so den Mörder überführte!

Doch was ist eigentlich passiert? Weshalb trieb sich im Hotel ein Mörder herum? Und waren die anderen Gäste überhaupt noch sicher, weil jeder theoretisch der Mörder sein könnte?! Fragen über Fragen! Auch ich starb einen schrecklichen Gifttod und kommuniziere mit ihnen gerade nur über eine transzendentale Internetverbindung via Ghostnet aus dem Jenseits. Da wir hier keine Flatrate haben, will ich mich beeilen und mit Ihnen die Geschehnisse dieses spannend-tödlichen Abends Revue passieren lassen. Ich werde dabei versuchen äusserst gewissenhaft zu arbeiten und Ihnen die Dinge so ehrlich zu schildern, wie nur irgend möglich zwischen all den Trickbetrügern – auf dass keine Wahrheit und kein Mysterium verborgen bleibt.

Ich erinnere mich noch sehr gut wie alles begann. Es war ein warmer Freitag, das Wetter war schwül und drückend. Ich trieb mich mit meinem Bauchladen gegen etwa 21 Uhr in der Bar rum und versuchte ein bisschen Geld zu machen, um meine hungernde Familie, bestehend aus 6 Kindern und meinem Mann, der durch einen schrecklichen Unfall zum Invaliden wurde, etwas warme Suppe kaufen zu können.

Das Geschäft lief besser als erwartet und gerade als ich anfing wieder etwas Hoffnung in diesen düsteren Zeiten zu gewinnen, vernahm ich auf dem Gang zur Smokers Lounge einen schrecklichen Lärm. Ich brachte meinen Laden in Sicherheit und sah eine Horde fieser Reporter, die die ankommenden Gästen mit bösen Fragen malträtierten:

„Was haben sie gefühlt als Sie ihn umgebracht haben?“

„Wo waren Sie zur Tatzeit?“ und

„Hat es Ihnen Spaß gemacht zu morden?“

waren noch nie freundlicheren. Die Gäste waren verunsichert.

Was wurde hier nur für ein fadenscheiniges Spiel gespielt? Schnell wurde klar: Dies war keine normale La Rebelión!

Es war eine böse Farce, eine Gerichtsverhandlung, ein Krimi des Grauens und das schlimmste, eine Tatsache die mir das Blut in den Adern gefrieren lies: Dass ein Mörder unter den Gästen war!

Es gab nur eine Lösung um dieses Problem zu lösen, Phil Porter, Exekutive und Judikative in einer Person würde mithilfe der Gäste diesen Fall lösen müssen, um ihm seiner gerechten Strafe zuzuführen!

Erst wenn dieser Fall gelöst ist, dann können endlich wieder alle aufatmen und das Park Hotel kann seinem Tagewerk nachgehen und die Gäste ordentlich bewirten.

So kam als aller erstes der Chor der Geschworenen in das Geschehen und gab seinen zauberhaften und melodiösen Gospelgesang zum besten.

Wie es Brauch ist (Und vor allem um die nervösen Massen zu beruhigen!)

wurde erst einmal gezockt und ein paar grandiose Gewinne an die Gäste ausgeschüttet. Nach ein paar Drinks ging es dann los und Maestro Porter erklärte den Gästen, wer bei der Enttarnung des üblen Gesellen Erfolg habe, dem winke ein Kopfgeld auf den Gauner!

So dachte ich bei mir, dass ich aus dieser Menschennot eine Tugend machen wolle. Sicher, ein Mord ist keine lustige Sache, aber wenn ich 500€ gewinnen würde, hätte ich noch genug Geld für meine armen Kinder, die hungernd und frierend auf ihre Frau Mama warteten.

Währenddessen ließ Monsieur Porter das unmoralische Angebot verlauten und zwei Gäste durften entscheiden, ob sie den Abend verlassen wollen, um ein Abenteuer zu erleben – oder ob sie weiter im Saal bleiben möchten. Sie entschieden sich, das Angebot anzunehmen und wurden überrascht: So wurden sie mit Chauffeur dank MINI Bremen zu The Key geschickt. Wo sie innerhalb einer Stunde aus einem Escape Room entkommen mussten. Sollte es Ihnen gelingen würden weitere fünf Karten für dieses hoch intelligente Etablissement und Schnaps für alle Gäste winken!

So nutzte ich die Aufregung und entfernte mich unauffällig von der Gruppe, schlich alleine durch die Hallen und Gänge des Hotels, um den anderen einen Schritt voraus zu sein. Bei einem Hotelzimmer war die Tür nicht geschlossen und ich linste hinein und erschrak, denn der Anblick den ich dort erlebte, ließ das Blut in meinen Adern gefrieren: Ein Messer voller Blut! Voller Angst rannte ich weg, verlief mich jedoch tragischer Weise, verlor die Orientierung und endete im Parkdeck. Dort sah ich wie ein Mann sehr verdächtig Sachen in einem Auto versteckte, aber das Schlimmste: An seinen Händen klebte getrocknetes Blut! Ich erzitterte und keuchte. Er sah mich und ich lief erneut verwirrt durch die Gänge um dieser Gefahr zu entkommen. Doch ich hatte Glück und er verfolgte mich nicht.

Mir war klar, dass ich mich als Zeugin nun in großer Gefahr befand und mich unauffällig verhalten müsse. Also nahm ich mir einen Drink, der herrenlos auf einem Tisch stand und setzte mich. Der Drink schmeckte etwas merkwürdig, doch ich schenkte dieser Sache keine große Beachtung.

Dies war mein Todesurteil. Mir schnürte sich grausam die Kehle zu, ein Druck entstand auf meiner Brust, ich wollte um Hilfe schreien, doch es kam kein Ton aus mir, egal wie sehr ich bemühte. Dann wurde es schwarz und ich knallte mit dem Kopf auf den harten Dielenboden. Das Letzte, was ich hörte, war das entsetzte Schreien der Gäste und den Ruf nach einem Arzt.

Und so starb ich.

Es ist mir aufgrund einer Schweigepflichtklausel nicht gestattet, Ihnen, liebe Leser, zu verraten, was auf der anderen Seite passiert, aber lassen Sie es mich so sagen: Es ist hier wesentlich angenehmer als sich alle Religionen zusammen ausdenken könnten. Gerade massieren mich zwei große, starke Männer mit ihren kräftigen Händen und ich trinke einen Cocktail an einem Strand. Wir haben hier auch Breitbild 4K Fernseher mit denen man die Sterblichen beobachten kann. Ein Service, der großen Göttin…oh Mist… Verdammter! Jetzt hab ich es ja doch verraten! Ja… Gott ist eigentlich eine Frau, aber das ist ja nun auch unwichtig. Auf jeden Fall konnte ich von dort aus live zusehen, was auf der Erde so geschah.

Zum Beispiel, wie sich die Gäste gemeinsam ins untere Parkdeck bewegten. Dort fanden sie das Auto des Täters und beschlossen tapfer sich Zugang zu seinen Geheimnissen zu verschaffen.

Ein mutiger (Und gut aussehender) Gentleman nahm sich einen großen Hammer zur Hand und schlug mit eben diesem das Auto zu Schrott. Durch diesen Zugriff kamen die Wahrheitssuchenden an einen weiteren Hinweis und das Beste: An einen Schlüssel zu einem mysteriösen Hotelzimmer!

Natürlich brauchte die Gruppe nach diesem spannenden Event und der ganzen Aufregung erst einmal wieder eine kleine Pause in der Smokers Lounge und ich, die dem ganzen Treiben zuschaute, ging erstmal an meine Minibar, in der alles an Essen und Trinken erschien, was ich mir wünschte. Ich nahm mir, was ich brauchte und schmiss mich wieder auf meine bequeme Luxus-Couch.

So schaute ich nun also bequem mit einem Vanille-Milchshake auf einem riesigen Monitor zu, wie die Gruppe aus Gästen und Ensemble nun über die Flure marschierte, begleitet von der fabelhaften Vanessa, die auf ihrem Saxophon „Pink Panther“ spielte und das besagte Hotelzimmer des Täters, welches mich als Sterbliche einst so erschrak, aufsuchten um dort nach Beweisen und Indizien zu fahnden.

So gab es dort allerlei Gegenstände die auf die Identität des Täters hinwiesen: Eine DVD mit der Lieblingsserie meines Mörders, eine Tatwaffe, eine Notiz, auf welcher der makabere Plan stand, dass Phil Porter das nächste Opfer sein sollte (Göttinlob ist ihm nichts passiert), eine Hundeleine, einen Reiseführer über Mauritius und sehr verdächtig: Kleidung und Schuhe! Die würden nun sehr viel über den Täter verraten, zum Beispiel sein Geschlecht, denn eine Dame die etwas auf sich hält, würde wohl kaum Anzug tragen und nur wenige hätten eine Schuhgröße 44!

Auch wenn ich nicht direkt dabei war, so sah ich doch wie die Köpfe der Gäste ratterten und wilde Theorien gesponnen wurden. Da klopfte es an meiner eigenen Tür! Ich öffnete und eine Abgesandte der Göttin erklärte mir das ich Ausgang hätte und nun noch einmal an den Ort des Geschehens reisen könnte. Allerdings müsste ich meinen alten toten Körper dafür benutzen und da mir gerade etwas langweilig war nahm ich das Angebot an. So war ich – mir nichts dir nichts – wieder in meiner alten Haut, die leider schon etwas steif war und es fiel mir Anfangs doch sehr schwer diesen toten Körper zu kontrollieren. Ich muss ein schlimmer Anblick für die anderen Gäste gewesen sein, konnte ich doch kaum meine Mimik kontrollieren..

Sofort fragte mich der große Phil Porter, Richter und Meister des Abends, wer mein Mörder sei, doch meine frisch gestorbenen Hirnzellen wollten nicht wie ich und ich gab nur unverständliches Gebrabbel von mir. Es tat mir im Nachhinein doch sehr Leid, dass ich die arme Pinky Peacock, Herrn Bibrach und andere beschuldigte, mich getötet zu haben. Tot und Wiedergeburt sind anstrengend, ich hoffe sie mögen mir verzeihen!

Und da geschah es endlich! Ein Ruf eilte durch den Raum:

„Ich weiß, wer der Mörder ist!“

-Fenna

In der Nähe der Bar war sie: Die große, bildschöne, mutige und kluge Fenna erhob sich aus den Massen und schaute mit brennendem und entschlossenen Blick zu Phil Porter. In Ihrer Mimik spiegelte sich Selbstbewusstsein und ein messerscharfer Verstand. Es durchfuhr mich vor endloser Ehrfurcht! So rief Phil Porter sie zu sich und sie erklärte genau wer der Mörder war und enttarnte ihn: Es war Güngör Cerrah!

Es wurde still im Saal und der Ertappte, ganz Gentleman, gestand sein Verbrechen ohne ein Theater zu machen! Grenzenloser Jubel erschütterte den Raum: „Viva La Rebelión! Viva La Rebelión!“ riefen die Gäste und Rosen flogen durch den Raum! Es war ein rauschendes Fest!

Praktisch parallel kamen die erfolgreichen Teilnehmer des unmoralischen Angebots zurück und gewannen weitere Tickets für The Key und das Hotel ließ kleine bunte, leckere und starke Schnäpse springen!

Doch damit nicht genug! Nun trat noch die bezaubernde Pinky Peacock in der Rolle der Justitia auf und massregelte den Täter mit einer Burlesqueperfomance der ganz besonderen Art.

Es wurde gepfiffen und gejubelt, erneut flogen Rosen durch den Raum und die Show wurde zu einem Vulkan der hitzigen Erotik und des Skandals! Korken knallten, Zigarren verbrannten die Luft und es wurde so heiß auf der Tanzfläche, dass etliche Kleidungsstücke ihre Besitzer verließen.

Die Band gab noch einmal alles und so feierten alle heiter und ausgelassen die Liebe, das Kribbeln im Bauch, den Rausch und all die schönen Dinge, die das Leben so besonders machen. Bis in die Morgenstunden wurde in Extase getanzt, geschäkert, geflirtet und ich, deren Fluch gebrochen war, genoss mit den Gästen die letzten Stunden meines sterblichen Lebens.

Welch ein Fest!

Viva La Rebelión!

Ihre Zoé Influenza aus dem Jenseits

Tickets für die kommende Show: „Leichte Mädchen & Leichtmatrosen“ am 31.05.19 findet ihr unter: https://larebelion.de/tickets/

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